Servervirtualisierung

Die Technik zur Virtualisierung von Serversystemen hat sich in den letzten Jahren zu einer Standardlösung entwickelt, die es in Netzen aller Größenordnungen mit einfachen Mitteln erlaubt, einen bisher unerreichten Grad an Flexibilität und Ausfallsicherheit zu erreichen.

Servervirtualisierung mit VMware

VMware vSphere und VEEAM Backup & Replication

VMware ist seit Jahrzehnten Pionier in Sachen Virtualisierung. Was als interessante Funktion für IT-Spezialisten begann, ist heute die marktführende Plattform im Bereich Servervirtualisierung und zur Zeit in der fünften Softwaregeneration auf dem Markt.

Veeam wurde im Jahr 2006 gegründet und ist ein recht junges Unternehmen. Neben Managementprodukten zur detaillierten Verwaltung von virtuellen Umgebungen bietet der Hersteller mit der Software VEEAM Backup & Replication ein herausragendes Produkt zur Sicherung und Replikation von virtuellen Servern.

Virtualisierung | FAQs

Wir haben uns bemüht, die wichtigsten Einstiegsfragen zu diesem Thema einmal zusammen zu fassen - und möchten Ihnen an dieser Stelle auch gleich einige Antworten mit auf den Weg geben.

Welche Vorteile erhalte ich durch die Virtualisierung meiner Server?

Es gibt gleich eine ganze Reihe an Vorteilen, die eine Virtualisierung der Server mit sich bringt. Hier einmal die allerwichtigsten:

  1. Wenn man zuvor mehrere Server im Einsatz hatte, kann man durch die Zusammenfassung der Systeme enorme Strom- und Kühlungskosten einsparen. Je nach Umgebung könnte auch die Reduktion der Gesamtlautstärke im Serverraum ein dankbarer Aspekt sein.
  2. Durch die Virtualisierung entkoppelt man das Betriebssystem von der Hardware. Dies ermöglicht den nahtlosen Transfer "alter" Systeme auf neue Maschinen, wenn die bisherige Hardware ausgetauscht werden muss.
  3. Benötigt man einen neuen (virtuellen) Server, so kann man sich diesen binnen weniger Minuten auf dem bestehenden System (Host) hinzufügen - ohne Investition in neue Hardware. Man ist demnach deutlich flexibler in der Gestaltung seiner Infrastruktur und nutzt die vorhandenen Ressourcen wesentlich besser aus.

Welche Nachteile oder technischen Probleme können sich aus einer Servervirtualisierung ergeben?

Die virtuelle Plattform spielt den darauf laufenden Maschinen eine immer gleichbleibende Hardware vor. Dieser Aspekt verhindert oftmals die korrekte Funktionsweise älterer Hardware, die neben gängigen Serverkomponenten eingesetzt wurde - z.B. speziellen Maschinensteuerungskarten, Kommunikationsadapter o.ä.

Wie viele virtuelle Maschinen können auf einem physikalischen Server arbeiten?

Moderne Server sind wesentlich leistungsfähiger, als man es sich gemeinhin vorstellt. Auf einem handelsüblichen HP DL380 mit 2x Hexacore-CPUs lassen sich, je nach Arbeitsspeicher und den auf den Systemen befindlichen Programmen, gut und gern bis zu 30 virtuelle Maschinen betreiben.

Servervirtualisierung = unnötige Komplexitätssteigerung?

Dies ist oftmals ein Argument von Dienstleistern, die noch nicht ausreichend in die Materie vorgedrungen sind. Unserer Meinung und Erfahrung nach ergibt sich durch den Einsatz einer Virtualisierungsplattform eher eine Verbesserung in Sachen Transparenz und Übersichtlichkeit. Wo zuvor viele Serversysteme über die unterschiedlichsten Kabel in verschiedenen Netzen miteinander verbunden waren und man diese Stränge nur selten wirklich zurückverfolgen konnte, erlaubt eine Virtualisierung ein übersichtliches Management der Maschinen und deren Netzwerkverbindungen durch eine gelungene grafische Nutzeroberfläche.

Aussage: Virtualisierung macht nur in großen Umgebungen wirklich Sinn?

Sicher ergeben sich mit steigender Größe verschiedene nützliche Aspekte bzw. Verhältnisse, die in kleineren Umgebungen nicht in dieser Ausprägung vorherrschen. Trotzdem sind allein die Entkopplung des Betriebssystems von der Hardware und die Leistungsfähigkeit der Backupsysteme es wert, auch kleinste Ein-Server-Systeme auf einer virtuellen Plattform zu betreiben.

Können bestehende Serversysteme einfach in eine VM übernommen werden?

Das Konvertierungstool von VMware ist mittlerweile extrem leistungsfähig. Die erfolgreiche Übernahme eines laufenden physikalischen Servers hat eine äußerst hohe Aussicht auf Erfolg. Unseren Erfahrungen nach funktioniert eine derartige Übernahme bei über 90% der Maschinen - auch bei Domaincontrollern, Exchange- oder SQL-Servern.

Ist eine solche Infrastruktur nicht mit hohen Kosten verbunden?

Zum Einen ergeben sich durch die Einsparungen in der Hardware in großen Umgebungen in der Regel eher geringere Projektbudgets - zum Anderen bietet VMware für kleinere Umgebungen sehr attraktive Einstiegsbundles an. Von hohen Kosten kann in keinem Fall gesprochen werden.

SAN = single point of failure?

Setzt man in seiner virtuellen Umgebung auf die Ablage der Maschinen auf ein SAN um Vorteile wie HA, vMotion oder DPM zu nutzen, so ist dieses grundsätzlich speziell abzusichern. Mögliche Ansätze wären hier eine SAN-Redundanz (z.B. durch Systeme wie die HP P4000 im Verbund mit LeftHand) - oder die Replikation der Serversysteme auf einen Ausfallserver.

Sollte ich bei einem SAN eher auf iSCSI oder auf Fibre Channel setzen?

Eine der Gretchenfragen unter Dienstleistern: Wir sind der Meinung, dass die Art der Anbindung erst in Storage-Umgebungen der Enterprise-Klasse (>100.000 Euro) wirklich ernsthafte Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Systems hat. Zuvor sind die Flaschenhälse an ganz anderen Stellen zu finden.

Wie kann man Sicherungen organisieren?

Die Leistungsfähigkeit der Backupsoftware ist einer der attraktivsten Aspekte der Servervirtualisierung. Durch das von Veeam Backup + Replication verfolgte Konzept des synthetischen Backups, welche die Sicherungen blockweise mit der VM abgleicht, erhält man ein immer aktuelles Voll-Backup in quasi Null-Zeit. Klingt unglaublich - funktioniert aber tatsächlich. Dieses Verfahren demonstrieren wir Ihnen sehr gern an unseren eigenen Systemen.

Welches Strukturkonzept sollte ich wählen?

Sicher gibt es verschiedene Standardkonzepte inkl. Shared-Storage (SAN), Sicherung etc. Trotzdem kann diese Frage nur individuell und nach genauer Analyse der Umgebung und der Anforderungen beantwortet werden. An dieser Stelle möchte ich den Fragekatalog bewusst schließen und würde mich freuen, wenn wir Ihnen hier unsere beratenden Dienste zur Verfügung stellen dürfen.

 

Christian Hochwarth | hochwarth@hochwarth-it.de

Hochwarth IT ist zertifizierter VMware Professional Solution Provider.